Verfasst von: Martin Zinkner | Juli 8, 2008

Austrias next top Bundeskanzler, Teil 1: das BZÖ

Es ist soweit. Der alte Bundeskanzler ist schon so gut wie Geschichte (in die Geschichte geht er sicher ein mit seinen Leistungen). Österreich sucht also „Austrias next top Bundeskanzler“. Obwohl sich in den nächsten Wochen die Kandidaten medial sicher zur genüge vorstellen werden, habe ich mir gedacht, ich werfe in den nächsten Tagen einmal einen Blick auf die Spitzenkandidaten der derzeitigen Parlamentsparteien und bewerte ihre Chancen, für alle die keine Ahnung haben, wenn sie wählen sollen, in umgekehrter Reihenfolge:

 

Das BZÖ: Aller Voraussicht nach wird das BZÖ wieder Ing. Westenthaler ins Rennen schicken. Ihm darf man wohl nur äußerst geringe Aussenseiterchancen einräumen. Rhetorisch ist er zwar top (das nicht bestätigte Zitat im Zusammenhang mit der Prügelaffäre: „hauts die Arschlöcher ausse“), doch mangelt es sich teilweise an Umgangsformen (siehe wieder das vorige Zitat). Seine wichtigsten Anliegen wären, dass in Wien wieder Züge auffahren, um Ausländer dorthin zu bringen, wo sie hingehören, nämlich raus aus Österreich (wer früher mal Hojač hieß, soll nicht mit Steinen werfen) und das es ja keine weitere Annäherung zur EU gibt (ich versteh heute noch nicht, dass das BZÖ dem gescheiterten Verfassungsvertrag zugestimmt haben, den Lissaboner Vertrag als Ende der Eigenständigkeit Österreichs bekämpfen???) Aber Ing. Westenthaler kann das sicher plausibel erklären…). Auch ist er immer Top informiert, und würde nie einem gefälschten Brief eines Scherzboldes auf den Leim gehen (Stichwort: Halbmond statt Gipfelkreuz Affäre des letzten Wahlkampfes, unbedingt sehenswert;).

Einzige Unsicherheitskonstante: Es läuft ein Strafverfahren gegen ihn wegen falscher Zeugenaussage (natürlich gilt hier die Unschuldsvermutung). Aber wie man mit solchen Verfahren umzugehen hat zeigt ja  in Italien gerade Berlusconi vor: Wahl gewinnen und dann die Justizgesetze so ändern, dass man aus dem Schneider ist. Das müsste doch genügend Motivation für den Wahlkampf sein, oder?

Das BZÖ ist generell die Antwort auf jede Frage, die noch nicht gestellt wurde, und vermutlich auch nie gestellt wird. Also was spricht gegen diese Partei? Vermutlich zuviel, um es in diesem Blogeintrag zu erläutern.

 

Meine Bewertung: Natürlich wird das BZÖ nie in die Reichweite des Bundeskanzlers kommen. Jedoch fürchte ich, dass es das BZÖ durch ein Grundmandat in Kärnten wieder ins Parlament schaffen wird. Jörg Haider wird mit der Ortstafelfrage und anderen populistischen Themen schon dafür sorgen, dass es diesmal klappen wird. So ist leider Österreich.

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