Verfasst von: Martin Zinkner | April 3, 2008

Ein Abend mit Vaclav Klaus

Letzte Woche war ich bei einer Veranstaltung des Forums Alpbachs in der Albertina zum Thema: Alpbach Talks zum Thema Klimawandel. Gast des Abends war der tschechische Präsident Vaclav Klaus, der sein Buch: Blauer Planet in grünen Fesseln. Was ist bedroht, Klima oder Freiheit? , präsentierte.

Hier ein paar seiner Aussagen und Thesen:

Klaus entpuppte sich bei dieser Präsentation und der anschließenden Diskussion als äußerst starker Kritiker des Klimawandels. Seine These ist, dass der Mensch und der CO2 Ausstoß nichts mit einer globalen Erwärmung zu tun hat. Das alles nur eine Panikmache ist, manchen Politikern oder Wirtschaftsleuten hilft und die Freiheit sowie Entwicklung von nicht hoch entwickelten Ländern behindert. Dazu interpretierte er den, seiner Meinung nach, Zusammenhang zwischen CO2 Ausstoß und wirtschaftlicher Entwicklung während der Zeit des Kyoto Protokolls. Er wollte damit verdeutlichen, dass nur Länder, die entweder schon einen hohen CO2 Ausstoß haben, oder in dieser Zeit den Ausstoß stark gesteigert haben, ein hohes Wirtschaftswachstum haben. Als Verliererländer sieht er hier eindeutig die ehemaligen Ostblockstaaten.

Die Arbeit des IPCC kritisierte er als unseriös und als reine Panikmache, und von Politikern gesteuertes Instrument. Obwohl hier die wohl besten und führenden Klimaforscher weltweit zusammen arbeiten und Klimadaten interpretieren.

Die Temperaturerhöhung von „nur“ 0,74° Celsius in den letzten hundert Jahren findet er nicht so tragisch, weil es so was immer gegeben hat.

Und auch das Argument der Endlichkeit von fossilen Brennstoffen ließ er nicht gelten. Er sagt, dass es schon in den 70er Jahren geheißen hat, die fossilen Brennstoffe neigen sich dem Ende zu, und es gibt sie noch immer.

Soweit einmal seine Aussagen. Die gesamte Diskussion war natürlich sehr kontrovers, weil die wenigsten Anwesenden seine Meinung voll teilten. Aber trotz aller, meiner Meinung nach, nicht zulässigen Kausalschlüsse die er zieht, bietet sein Buch sicher interessante Denkanstösse:

1.)    Wie das Klima sich entwickelt lässt sich heute vermutlich wirklich noch nicht völlig eindeutig sagen. Dafür ist der Beobachtungszeitraum zu kurz. Aber soll man deswegen weitermachen wie bisher und noch mehr fossile Brennstoffe verheizen?

2.)    Fossile Brennstoffe neigen sich irgendwann dem Ende. Natürlich war in den 70er Jahren die Berechnung der Vorräte noch nicht ausgereift. Und man darf nicht vergessen, dass heute Technologien zur Gewinnung zur Verfügung stehen, von denen man damals nur geträumt hat.

3.)    Sicherlich herrscht eine gewisse Ungerechtheit, wenn Industrieländer heute Entwicklungsländern vorschreiben, wie viel CO2 sie ausstoßen dürfen, und selbst weitermachen wie bisher. Hier könnte man sicher sagen: Gleiches Recht für alle. Der bessere Weg wäre es allerdings gemeinsam an neuen Technologien zu arbeiten. Weil warum messt Klaus die Entwicklung nur am CO2 Ausstoß. Kann ein Land sich wirtschaftlich nicht auch mit alternativen Technologien entwickeln?

4.)    Ich bin mir auch sicher, dass nicht allen Politikern, die jetzt groß vom Klimaschutz reden, auch wirklich daran liegt. Aber öffentlich ist es zurzeit ein viel diskutiertes Thema und deswegen nützt es sicher auch vielen sich mit diesem Thema zu schmücken.

5.)    Auch sind nicht alle Maßnahmen, die heute für den Klimaschutz getroffen werden sonderlich Klimaförderlich. Was bringt die Biospritbeimischung, wenn in Europa zu wenige Anbauflächen zur Verfügung stehen, und deswegen in Südamerika Regenwald für Anbauflächen abgeholzt wird? Bei sämtlichen Maßnahmen muss der Gesamtzusammenhang bedacht werden.

6.) In den 80er Jahren war das Waldsterben ein großes Thema, das sich zum Glück nicht so entwickelt hat wie vorrausgesagt. Es wird deswegen heute auch gerne als Argument für voreilige Schlüsse gezeigt. Wie es beim Klimawandel sein wird weiß man nicht. Aber derzeitige Interpretation der Daten weißt nun mal auf einen Klimawandel hin und deswegen sollte dagegen etwas unternommen werden.

Der Klimawandel ist ein sehr kontroverses Thema. Was wirklich kommen wird kann nicht zu 100% gesagt werden. Aber einfach abwarten was passiert ist der falsche Weg.  Zum Glück gibt es ihn noch. Ein Zusammenarbeiten sämtlicher Länder wird notwendig sein um eine nachhaltige Entwicklung der Wirtschaft zu fördern. Und Entwicklungsländer müssen besonders berücksichtigt werden, da auch sie ein Anrecht haben, einen gewissen Wohlstand zu erreichen.

 Hier noch ein interessanter Artikel zum Klimawandel.

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